Drei Generationen, ein Verein – und eine Hymne fürs Wir
Manchmal entstehen im Vereinsalltag Geschichten, die zeigen, was den SV 09/35 Wermelskirchen wirklich ausmacht: Zusammenhalt, Engagement und echte Verbundenheit über Generationen hinweg. Ein Vater aus unserer E2 hat seine persönlichen Gedanken und Beweggründe rund um unseren Verein und die neue Hymne in Worte gefasst.
Wir freuen uns, diesen Beitrag im Original veröffentlichen zu dürfen.
Wenn ich heute am Platz stehe und unsere E2 beim SV 09/35 Wermelskirchen beobachte, dann schließt sich für mich ein Kreis.
In den 1980er Jahren, während meiner Grundschulzeit, habe ich selbst zwei Jahre beim SV 09 gespielt. Damals war ich einfach ein Junge, der Fußball liebte und Teil einer Mannschaft sein wollte. Viele Jahre später trug mein großer Sohn Thorben das Trikot unseres Vereins. Und heute steht mein kleiner Sohn Lenn auf dem Platz.
Drei Generationen, ein Verein.
Von uns dreien ist Lenn eindeutig der Erfolgreichste. Und ich liebe seinen Enthusiasmus. Dieses Funkeln in den Augen, wenn er ins Tor geht. Diese Ernsthaftigkeit vor einem Schuss. Diese Freude nach einer gelungenen Parade. Wenn ich ihn dort stehen sehe, weiß ich ganz genau, warum ich mich engagiere.
Offiziell bin ich einfach nur Papa. Kein Amt, kein Titel. Gemeinsam mit Franci Moderow übernehme ich inoffiziell die Betreuerrolle bei unserer E2. Wir organisieren, stimmen Dinge ab und springen ein, wenn es gebraucht wird. Keine große Bühne, sondern Hintergrundarbeit. Aber genau diese Dinge sind es, die eine Mannschaft tragen.
Was unsere E2 besonders macht, ist der Zusammenhalt. Hier packt wirklich jeder mit an. Wenn etwas ansteht, wird nicht lange diskutiert, sondern gemacht. Ein schönes Beispiel war unsere Waffelaktion im OBI. Teig vorbereiten, Stand aufbauen, verkaufen, abbauen – alle haben geholfen. Niemand musste überredet werden. Dieses Selbstverständnis macht mich stolz.
Ich war nie der klassische Vereinsmensch. Aber ich habe großen Respekt vor dem, was hier im Ehrenamt geleistet wird. Woche für Woche investieren Menschen Zeit, Geduld und Energie für unsere Kinder. Sie organisieren, trainieren, begleiten und unterstützen – oft im Hintergrund. Genau diese Menschen sind das Herz des Vereins.
Mein Herz – und das meiner Familie – schlägt seit vielen Jahren für den 1. FC Köln. Das ist Leidenschaft auf großer Bühne, Bundesliga-Emotionen und dieses besondere Kribbeln im Stadion.
Aber der SV 09/35 ist etwas anderes. Hier geht es nicht um Millionenpublikum, sondern um Nähe. Nicht um Fernsehkameras, sondern um echte Begegnungen. Hier kennt man sich. Hier wächst man gemeinsam. Und genau deshalb hat auch dieser Verein einen großen, festen Platz in meinem Herzen.
Aus diesem Gefühl heraus ist die Idee zur Vereinshymne entstanden. Ich wollte dem SV 09/35 etwas zurückgeben. Kein Projekt für Aufmerksamkeit, sondern ein ehrliches Dankeschön – für alle, die helfen, Verantwortung übernehmen und den Verein mit Leben füllen.
Gemeinsam mit Ludger van Dusen habe ich versucht, dieses Wir-Gefühl in Musik zu übersetzen. Die Hymne sollte sich nicht künstlich anfühlen. Sie sollte nach Spieltag klingen. Nach Kabine. Nach Auswärtsspiel. Nach Gemeinschaft. Bevor der Song veröffentlicht wurde, habe ich ihn zunächst Menschen vorgespielt, die mir sehr nahestehen, und denen im Verein, mit denen ich gerne rede und anpacke. Ehrliches Feedback war mir wichtig. Anschließend ging die Hymne zur Freigabe an Fritz Schmitz. Ein, zwei kleinere Änderungen haben wir vorgenommen – was vollkommen richtig war. Am Ende sollte es kein persönliches Projekt bleiben, sondern ein Lied für den Verein werden.
Ich finde, jeder Verein sollte eine Hymne haben. Etwas, womit man sich identifizieren kann. Ein Lied, das vor dem Spiel läuft, in der Kabine Motivation gibt oder bei Turnieren und Auswärtsfahrten gespielt wird. Ein Sound, der sagt: Wir gehören zusammen. Vielleicht habe ich dem SV 09/35 damit etwas geben können, das bleibt. Einen Moment vor dem Anpfiff. Ein Gefühl in der Kabine. Einen Refrain, den unsere Kinder mitsingen.
Aber am Ende geht es nicht um das Lied. Es geht um die Kinder. Wenn Lenn im Tor steht – und ich weiß, dass vor ihm eine Mannschaft steht, die zusammenhält – dann weiß ich: Genau dafür lohnt sich alles.
Und genau deshalb bedeutet mir dieser Verein so viel.
Hier geht es zu unserer Hymne:
Ein riesiges Dankeschön gilt hier Ludger van Dusen & Kai Willunat!
